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Die Evangelische Gemeinde Dollendorf
Mehr als 2000 Seelen zählt die evangelische Gemeinde Dollendorf – in der kirchlichen Amtssprache sind sie Gemeindemitglieder. Streng genommen ist Dollendorf keine eigene Gemeinde; vielmehr bilden die Königswinterer Ortsteile Niederdollendorf, Oberdollendorf und Römlinghoven einen eigenen Pfarrbezirk der evangelischen Gemeinde Oberkassel, deren Anfänge bis in das Jahr 1550 zurückzuverfolgen sind. Ein ehemaliger Franziskanermönch war damals in der Pfarrei tätig. Er hatte sich auf die Seite der Reformation gestellt. Seit 1575 gab es eine kleine evangelische Gemeinde mit Gläubigen aus Oberkassel, Dollendorf und Küdinghoven. War die Oberkasseler Gemeinde zunächst eine reformierte (nicht lutherische), so wurde sie, wie alle evangelisch-reformierten Gemeinden in Preußen, 1830 auf Geheiß König Friedrich-Wilhelms III. mit den lutherischen Gemeinden des Königreichs zur unierten Kirche vereinigt.1 Das ist bis heute so geblieben.
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Im Beetsaal „Nissi“ trafen sich die evangelischen Dollendorfer über siebzig Jahre zum sonntäglichen Gottesdienst.
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Erst 1973 wurde in Niederdollendorf eine evangelische Kirche mit Gemeindezentrum errichtet.
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Ein Familiengottesdienst führt erfreulich viele Gemeindemitglieder in die Kirche
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Gruppenbild mit den Konfirmanden des Jahrgangs 2004, Presbytern und Pfarrerin Silvia Kocks (links)
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Fröhliches Miteinander beim jährlichen Gemeindefest
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Der Kinderchor bei der Aufführung des Singspiels “Die Hexe Backa Racka“ 2005
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Ab 1898 konnten die evangelischen Christen aus Dollendorf ihren sonntäglichen Gottesdienst im Betsaal „Nissi“ („Der Herr sieht mich“) des zwei Jahre zuvor gegründeten evangelischen Kinderhorts Probsthof an der heutigen Hauptstraße in Niederdollendorf feiern. 1917 stiftete die Gründerin des Heims, Frieda Caron, in ihrem Testament 25 000 Goldmark für den Bau einer evangelischen Kirche in Niederdollendorf. Das Geld wurde jedoch größtenteils ein Opfer der Inflation in den Jahren 1922/1923. Erst 1973 erhielten die evangelischen Gemeindemitglieder aus Dollendorf und aus Römlinghoven endlich ihre eigene Kirche in der Niederdollendorfer Friedenstraße. Am 23. September 1973 fand die feierliche Schlüsselübergabe statt. Räumlich mit der Kirche verbunden sind das evangelische Gemeindezentrum und das Pfarrhaus. Besonders fallen dem Betrachter die große, farbige bleiverglaste Front des Kirchenraumes und der freistehende, hochaufragende Glockenturm mit seinem Schieferdach und dem Kreuz auf einer vergoldeten Weltkugel ins Auge. Die drei Glocken im Turm mit der Tonfolge h – d´- e´ tragen entsprechend unserem Glaubensbekenntnis biblische Sprüche zur Beschreibung des dreieinigen Gottes. Seit 1983 lenkt Pfarrerin Silvia Kocks die Geschicke des Pfarrbezirks Dollendorf und, im jährlichen Wechsel mit dem Pfarrer in der Oberkasseler Pfarrstelle, als Vorsitzende des Presbyteriums (Gemeinderat) auch die Geschicke der gesamten Gemeinde mit ihren mehr als 4000 Gemeindemitgliedern. Der sonntägliche Besuch der Gottesdienste könnte reger sein; das soll hier nicht verhehlt werden. Dieses Los teilt unsere Gemeinde mit vielen anderen Gemeinden in Deutschland. Aus den Nähten platzt die Kirche allerdings bei den Jugend- und Familiengottesdiensten, bei denen 300 Besucher keine Seltenheit sind. Ebenso rege ist das gemeindliche Leben in den zahlreichen Kreisen. Die Gruppen der Kirchenmusik Posaunenchor, Singkreis, Jugend- und Kinderchöre beleben die Gottesdienste und führen im Laufe des Kirchenjahres zahlreiche kirchenmusikalische Veranstaltungen auch außerhalb der eigenen Gemeinde auf. Höhepunkte sind die weihnachtlichen Musikaufführungen auf hohem Niveau in der Kirche in Oberkassel. Die beiden Kinderchöre aus Oberkassel und Dollendorf und der Jugendchor unter Leitung des Kantors der Gemeinde, Wolfgang Hess, studieren jedes Jahr ein Singspiel ein, das zum Höhepunkt der Gemeindefeste wird. Die Frauen treffen sich im Rahmen der Frauenhilfe. Die jüngeren Frauen finden sich in zwei weiteren Gruppen zusammen. Junge Mütter besuchen mit ihren Kindern die Krabbelgruppen; sie können ihre Kinder auch in einem der beiden gemeindeeigenen Kindergärten betreuen lassen. Die Männer kommen zweimal im Monat zum Männerfrühstück in das Niederdollendorfer Gemeindezentrum. Mehr als vierzig Bücher im Jahr lesen zahlreiche Lesekönige; ihren Lesestoff beziehen Jung und Alt aus der Bücherei im Niederdollendorfer Gemeindezentrum. In den Pfadfindern vom Stamm Fridtjof Nansen sind die Jungen organisiert, die Mädchen halten es lieber mit den Powergirls. Parallel dazu kommen die Katechumenen zusammen, um sich neben der Vorbereitung auf ihre Konfirmation auch in Freizeiten mit unserem Glauben und seiner Umsetzung in das Leben junger Menschen zu befassen. Der wöchentliche offene Abend für Jugendliche findet sehr guten Zuspruch – Highlights im Jahr sind die großen Sommer- und Schifreizeiten, die Pfarrerin Kocks regelmäßig durchführt. Nicht vergessen werden dürfen die Mitarbeitenden-Kreise für die Kindergottesdienste und für das gemeindeeigene Altersheim Theresienau in Oberkassel mit ihren vielfältigen Aktivitäten. Für die Rahmenbedingungen in den Räumen der evangelischen Kirche in Niederdollendorf sorgt Hausmeister und Küster Andreas Büsch – ohne ihn, den guten Geist im Gemeindezentrum, ginge nichts. Im Rahmen ihrer diakonischen Arbeit betreibt die Gemeinde eine Sozialberatung und einen ambulanten Pflegedienst zur Familien-Krankenpflege und Altenhilfe. Bedürftige Menschen erhalten materielle Unterstützung durch die Evangelische Kleiderstube, die unter dem Namen „Textilien, Topf und Tasse e.V.“ nicht nur gebrauchte Kleidung und Gebrauchsgegenstände preiswert anbietet, sondern auch bei Kaffee und Gebäck zum Gespräch einlädt. Traditionell eng verbunden mit der gesamten Gemeinde ist das evangelische Kinder- und Jugendheim Probsthof in Niederdollendorf. 1896 von Frieda Caron gegründet, wurde das Heim 1965 von einem aus der Gemeinde ins Leben gerufenen Verein von den Kaiserswerther Diakonissen gekauft und damit vor der drohenden Schließung bewahrt. Die notwendigen Informationen erhalten die Gemeindemitglieder neben den Abkündigungen in den Gottesdiensten durch den Gemeindebrief, der in zweimonatlichem Abstand erscheint, sowie durch die Internetseite www.kirche-ok.de
Pfarrer des Evangelischen Pfarrbezirks Dollendorf: Lutz Dittmar 1971 -1975 Dr. Beatus Brenner 1978 -1982 Silvia Kocks seit 1983
Text: Dieter Mechlinski
1 Die Zugehörigkeit der evangelischen Christen in Deutschland zur lutherischen, unierten oder reformierten Kirche ist abhängig von ihrem Wohnort.
© Heimatverein Oberdollendorf und Römlinghoven e.V.
Gemeindefest 2007
Gemeindefest 2008
2008: Silvia Kocks 25 Jahre Pfarrerin (Bericht des GA-Bonn)
Daten: Kirchengemeinde Oberkassel-Dollendorf Pfarrbüro: 53227 Bonn-Oberkassel, Kinkelstr. 2, Tel: 0228/ 44 11 55 - Fax: 0228/ 44 24 73 - info@kirche-ok.de - geöffnet: Mo bis Fr 8 –12 Uhr. Pfarrerin Silvia Kocks, 53639 Königswinter-Niederdollendorf, Friedenstr. 31, Tel: 02223/ 17 15
Kirchengemeinde Oberkassel-Dollendorf
Probsthof GmbH - Evangelisches Kinder- und Jugendheim
Förderverein Probsthof e.V.
Eine große Anzahl von Bildern und Dokumenten zu den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden finden Sie in unserem BRÜCKENHOFMUSEUM virtuell
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